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Die U15 I löst das einzige freie Ticket zu Deutschen Meisterschaft.

Aus Trainersicht verlief der Tag etwas komplexer.
Gleich nach dem aufwachen sind die Fragen wieder da: Wie stark ist Calw wirklich? Können wir es uns wirklich leisten, die ersten beiden Reihen auf der Bank zu lassen? Sollten sie sich nicht lieber für die Partie gegen Kaufering warm spielen? Kann die erste Reihe der U13 körperlich mithalten? Werden wir gegen Kaufering zeigen, was wir können? Wird sich der Aufwand der Sondertrainings gelohnt haben?
Was sagt die Mannschaft dazu, wenn eine komplette Reihe (wir reisen mit 5 Reihen an, aber nur 4 dürfen auf dem Spielberichtsbogen stehen und am Spiel teilnehmen) nur als Betreuer dabei sitzt?

Dann die ersten Absagen: Finn hat Probleme mit dem Handgelenk. Reihe drei ist nicht mehr komplett. Jeweils ein Spieler der ersten Reihe muss in die Reihe reinrotieren. Philip als zweiter Torhüter hat noch Magenprobleme. Er wird mitkommen, ist aber nicht einsatzfähig. Daniel muss alle Spiele bestreiten, da auch Tjare als möglicher Ersatz ausfällt. Wird sich das später rächen, weil gegen Kaufering das letzte Quentchen Frische fehlt?
Das Spiel gegen Calw beginnt. Wir sind auf Augenhöhe mit unseren Reihen drei, vier und fünf – cool! Die erste Halbzeit endet 1:0 für uns.
Gleich nach Wiederanpfiff gleicht Calw aus. Die Abwehr in Reihe vier ist teilweise unsortiert. Abwehr haben die Jungs der U13 normalerweise nicht nötig, das sieht man. Ein wenig Unruhe breitet sich auf der Bank aus. Trainer, sollten wir nicht umstellen? Noch nicht, vertraut Euren Mitspielern.
In der achten Minute der zweiten Halbzeit die erneute Führung und umgehend der Ausgleich durch Calw.
Ok, wir stellen um. Erste und dritte Reihe drauf, vierte und fünfte setzen für ein paar Umläufe aus, bis wir mit drei bis vier Toren führen.
Das Tempo wird spürbar höher und Calw knickt sofort ein: nach 70 Sekunden ist der Drei-Tore-Vorsprung da.
Noch zwei Turns und wieder in das alte System zurück. Der Widerstand ist gebrochen und die Partie wird zur Sebi-Show. Er ist einfach wahnsinnig schnell und belohnt sich in dieser Partie mit 5 Toren. Szenenapplaus gab es für die Flugrolle im Sprint praktisch ohne Geschwindigkeitsverlust.
10:2 gegen den Baden-Württembergischen Meister im Wesentlichen mit Reihen drei bis fünf herausgespielt. Unser Spielerpotential ist in dieser Breite herausragend!

Das Spiel gegen Kaufering. Jetzt kommt es drauf an! Keine Geschenke! Auf diese Partie haben wir 5 Monate lang hingearbeitet. Die letzten beiden Partien in der Liga waren nur Meilensteine auf dem Weg hierher. Schon der letzte Sieg war gerechtfertigt, sogar unnötig knapp, weil wir noch zu viele unnötige Fehler gemacht haben. Haben die Kauferinger aus ihrer Niederlage gelernt? Haben sie ihr Spiel hinter dem Tor perfektioniert? Oder haben sie ihre Niederlage tatsächlich auf den Schiedsrichter geschoben und keine Verantwortung dafür übernommen? Auch verlieren muss man lernen. Egal, wir können sie knacken und sei es in der letzten Minute.
Die Kauferinger gehen durch eine Einzelaktion in Führung. Eine schöne Kombination wäre ein Problem gewesen, aber wo sind die Passstaffetten, die Stärke der Kauferinger? Am Ende der Halbzeit steht es 4:3 für Stern. Stern mit Kombinationen, Kaufering mit Einzelaktionen.
Mit dem Wiederanpfiff kommt der Ausgleich, aber jetzt wird Kaufering immer langsamer. Laurenz bekommt offensichtlich einen Stoß in die Rippen und muss ausgewechselt werden. Lovis springt ein und ersetzt ihn nahtlos. Was für einen Luxus für einen Trainer, einen solchen Spieler (und nicht nur einen) auf der Bank zu haben. Stern wird im Eins-gegen-eins immer stärker, kann den Gegner immer öfter stellen und doppeln. Wo ist der Kauferinger Kampfgeist? Stern übersteht eine Unterzahl und ist auch in dieser Phase torgefährlicher, als der Bayerische und amtierende Deutsche Meister. In dieser neunten Minute der zweiten Halbzeit beim Stand von 8:4 wird klar: Kaufering hat aufgegeben. Dieses Mal werden sie nicht zurückkommen.
Zeit für die dritte Reihe. Sie haben es sich verdient. Die Spontanaktion führt leider direkt zu einem Krampf in Sebi’s Oberschenkelmuskel. Also doch mit zwei Reihen zu Ende spielen.
Stern zieht unaufhaltsam davon und das letzte Tor von Kaufering zum 13:5 ist nur Kosmetik. Geschafft! Wieso war das so eindeutig?

Was machen wir beim Spiel gegen Feuerbach? Wir haben so viele Reihen, wie der Gegner Spieler hat. Sie sind komplett platt und wir unausgelastet. Die Partie kann nur sehr einseitig werden. Wie verhindern, dass sie lächerlich wird und die Jungs überheblich werden? Auch gewinnen muss man lernen. Naja, hat so einigermaßen geklappt, aber ein Ergebnis von 33:0 ist einer süddeutschen Meisterschaft nicht wirklich würdig.