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Mit großem Kader und großen Hoffnungen ging es am 28. Juni nach Memmingen zur U15 Junioren DM.

 

Nachdem die Mannschaft um Kapitän Yannik Zölzer als süddeutscher Meister das einzige freie Ticket für den Süden gelöst hatte, ging es mit einigen Erwartungen in das Wochenende. Die Stimmung war gut, das Programm des ersten Tages hatte es allerdings in sich: Treffen in der Halle um 8:30 Uhr, erstes Spiel um 9:30 Uhr gegen den in seiner Liga ungeschlagenen NRW-Meister aus Bonn,  zweites Spiel um 14 Uhr gegen den Meister aus Schleswig-Holstein, die Wykinger, und zum Abschluss um 20:00 Uhr den Vizemeister der Ost-Liga, SC DHfK Leipzig. Durch Verzögerungen zog sich die Gruppenphase für uns tatsächlich über 13 Stunden hin – ein Kraftakt.

Das erste Spiel gegen Bonn verlief nicht ganz so einfach, wie gedacht. Der neue Bonner Trainer Andreas Weh hatte seine Mannschaft gut aufgestellt. Der ursprüngliche Plan, die erste Reihe nicht spielen zu lassen, ging nicht auf. Mit Mühe gelang ein 10:8, denn Stern zeigte nur bedingt, was sie können. War natürlich eine taktische Meisterleistung, um die späteren Gegner zu verwirren – klar. Allerdings zeigte hier die dritte Reihe mit Simon, Bastian und Lovis (die letzten beiden amtierende U13 Meister), dass sie gut mithalten können. Der fünfte Block kam nicht wie geplant zum Einsatz.

Dafür verlief das Spiel gegen Wyk auf Föhr etwas einseitiger. Nach 8 Minuten stand zwar ein ausgeglichenes 3:3 auf der Anzeige, aber schliesslich waren die Münchener wach und ließen nichts mehr anbrennen. Mit offensivem Spiel und schönen Kombinationen gelang ein ungefährdeter 14:3 Sieg, wobei hier die 2. Reihe mit Laurenz, Tim-Volkan und Alesandro planmäßig aussetzte, der vierte Block mit Sebastian aber mitmischen durfte. Philipp hielt die Bude dicht.

Im letzten Spiel gegen Leipzig konnten die Sterne dagegen Ihr Können zeigen. Die Scouts hatten ein aggressives Forechecking mit Manndeckung vorgeschlagen. Insbesondere den Leipziger Starspieler Hummel galt es unter Kontrolle zu bringen. Das konnte die Mannschaft voll umsetzen. Ein hoher Druck auf die Gegner mit viel Laufarbeit, sicherem Passspiel und konsequenter Verteidigung ließen die Leipziger nur selten ins Spiel finden. Wenn doch, war meist Daniel zur Stelle. Die Sterne wirkten ausgeruhter und konnten die Linie mit zwei Reihen durchziehen. Insbesondere die erste Reihe mit Yannik, Luis und Tjare konnte die Leipziger Abwehr immer wieder aushebeln. Zum Schluß kam auch die dritte Reihe zum Einsatz.

Beim Halbfinalspiel am nächsten Morgen zeigten sich die Folgen der Kraftakts vom Vortag. Gegen die großgewachsenen, schnellen und zweikampfstarken Frankfurter hilft ein schnelles und sicheres Paßspiel. Aber irgendwie wollte das nicht gelingen. Tjare war nicht mehr einsatzfähig und Bastian musste ihn ersetzen. Damit blieb der dritte Block auf der Bank und musste, ebenso wie der vierte und fünfte Block, zuschauen. Der zweite Block um Regisseur Laurenz agierte in der ersten Halbzeit erfolgreicher, aber die Kraft liess in der zweiten Hälfte deutlich nach. Lovis kam für Bastian in die erste Reihe und schoss glich mit seinem ersten Ballkontakt die 5:2 Führung und bereitete in der sechsten Minute das Tor zum 6:2 durch Luis vor.

Doch Frankfurt gab nicht auf, sondern witterte seine Chance und vergab auch ein paar hochkarätige Chancen. Die Münchener bekamen zusehends den Tunnelblick und verfielen auf Kampf, statt Kombinationen. Und hier sind die Falcons eindeutig besser. Sie kamen öfter zum Kontern und arbeiteten sich stetig an die Sternler heran, bis zum 7:7 Ausgleich in der 16. Minute der zweiten Hälfte. Daniel im Tor der Münchener wirkt ferngesteuert, funktioniert nur noch im Automatikmodus, aber er funktioniert. In den folgenden Minuten vergaben beide Mannschaften weiter hochkarätige Chancen – die Anspannung war deutlich zu spüren. Dann war die Spielzeit zu Ende und es ging in den Sudden Death.

Auch die Süddeutschen waren am Ende. Einzige Chance: ein schnelles Tor. Jede weitere Minute Spielzeit erhöhte die Chancen der Falcons. Bullygewinn, ein Angriff, Yannik trifft nur die Latte, der Abpraller landet bei Luis, der Pass in den Slot wird geblockt. Einem Tempogegenstoß können wir nichts mehr entgegensetzen. Luis schaffte es im fallen, den Ball vor dem antretenden Frankfurter zu Yannik zu spitzeln, der schießt den Torhüter an und bringt den Abpraller dann irgendwie mit der Rückhand im Tor unter – geschafft: Finale! Das war knapp! Ein Lob an die Frankfurter für ihren Kampfgeist. Am Ende hatten die Sternler etwas mehr Glück.

Es war klar, dass eine von den Belastungen der Spiele gezeichnete Mannschaft gegen die technisch versiert und schnell agierenden Weissenfelser wenig Chancen haben würde. Die ersten 10 Minuten zeigten, dass es unter idealen Umständen eng für die Weissenfelser hätte werden können, lagen die mit drei Reihen spielenden Münchener nach 10min nur mit 0:1 hinten. Die Umstellung auf zwei Reihen, weil auch Sebi als Ersatz von Tjare in der ersten Reihe ausfiel, zeigte Wirkung, konnten die Weissenfelser doch zwei weitere Treffer unterbringen.

Also wieder auf drei Reihen umstellen und Lars aus Reihe vier in die ungewohnte erste Reihe. Jetzt konnten die Weissenfelser drei Treffer erzielen. Nach 12 Minuten wiederum die Umstellung auf zwei Reihen. Basti wieder in die erste Reihe, Lovis entlastet die zweite Reihe – Löcher stopfen. Aber nach 15 Minuten war die Entscheidung gefallen und beide Mannschaften begannen, die bisher noch nicht eingesetzten Spieler einzuwechseln. Und so konnte auch die vierte Reihe wenigstens ein paar Minuten im Finale spielen. Das nie gefährdete 1:7 gegen Weissenfels wird dem Spiel gerecht.

Es bleibt die Erkenntnis, dass die Reihen selbst dann funktionieren, wenn der Trainer sie minütlich ändert, dass die ins All-Star gewählten Yannik und Luis national zu den Top-Spielern gehören, Laurenz und Simon ein stabiler Rückhalt in ihren Reihen waren, die U13er Lovis und Bastian gut in der U15 mithalten können, auch ein Sebi (Jahrgang 2007) hier Tore erzielt und alle normal-talentierten Spieler es auf diesem Niveau schwer haben. Jungs, ihr alle habt Euch diesen Titel verdient mit einer tollen Arbeit insbesondere in den letzten Monaten!

Danke auch an Scout Fede, der die Taktik ausbaldowert hat, Bernd für die Organisation drumrum (Essen Jugendherberge), Steffi für die Trommeln, Tobi für die Eistonne und Getränkeversorgung, Zeynep für die Organisation der Obstschalen und allen Eltern und Fans für die Unterstützung. Toll war, dass so viele Fans zum Finale anreisten, nicht nur aus München, sondern auch unsere Freunde aus Kaufering. Danke auch an den SV Amendingen für die tolle Organisation. Diese DM hinterlässt ein paar bewegende Momente.